Solange die Räder rollen: Der Chiemsee-Ausflug am 18. 08. 2011

Am Mittwoch sind die Vorbereitungen für den Ausflug bereits in vollem Gange: Hr. H hilft beim Einkaufen und Hr. K steht schon mit aufgekrempelten Hemdsärmeln in der Lehrküche, bereit, aus den mitgebrachten Zutaten leckere Fleischpflanzerl herzustellen. Hr. S, der als zusätzlicher Betreuer auch mit von der Partie ist, wird von mir komplett in die Organisation miteingebunden und wir tragen und richten vom Taschenmesser bis zu den Fahrkarten alles zusammen. Am nächsten Morgen schlagen wir Beide um 06:30 Uhr in der ARO auf und fangen sogleich emsig mit Brotzeit-Herrichten
(bei dem später Hr. K und Hr. F fleißig mithelfen), Getränke schleppen und schließlich dem Aufwecken der Männer an.



Trotz der frühen Stunde sind alle Angemeldeten motiviert, manche brauchen noch eine zweite Ermunterung, damit der Schlaf nicht wieder die Oberhand gewinnt.
Pünktlich sind alle geputzt (auch Hr. P), die Taschen gefüllt und guten Mutes begeben wir uns stresslos zum Hauptbahnhof. Dort bekommen wir lange Gesichter, da die Bahn keine Lust auf Internetinformationen hatte und unser Zug 45 Minuten später als angegeben abfährt.Meine akribische Planung löst sich damit in der Sommerhitze auf und ich kann nur hoffen, dass wir noch genügend Zeit für unsere geplanten Unternehmungen haben.Von Entmutigung keine Spur, erst mal gibt es einen Coffee-to-go und erste Portraits werden von der Kamera eingefangen. Revolutionär widersetzen wir uns der Stimme aus dem Lautsprecher, die verkündet, dass man in diesen Zug nicht einsteigen soll, der der sehnlich erwartete ist.

Damit waren wir gut beraten, nach nochmals 15 Minuten Verspätung rollen wir endlich Richtung Chiemsee. Nach kurzer Fahrt steigt die Nachfrage der Fleischpflanzerl, es wird geredet, gegessen und gelacht.Glücklich schätzen wir uns mit unseren Sitzplätzen in dem immer voller werdenden Zug. Ist der erste Hunger gestillt, widmet man sich der vorüberziehenden Landschaft, Erinnerungen an frühere Ausflüge/Urlaube werden wach und mitgeteilt. Endlich in Prien angekommen, gibt es doch ein bisschen Hektik, da sämtliche Bahnfahrer wie Ameisen das kleine Verkaufshäuschen der historischen Boller-Bahn belagern. Hr. H hat sich in der Bahn den Fuß verstaucht und hinkt infolgedessen, daher kommt ein Spaziergang zum See nicht in Frage.
Stoisch stelle ich mich an und wundersamer weise sind nach kurzer Zeit alle Anwärter in der Chiemsee-Bahn verstaut. Wir sitzen wie die Könige früherer Zeiten auf dunkelroten Samtpolstern und genießen den Luxus.Es fügt sich eines zum Anderen und wir können gleich im Anschluss den sicheren Boden verlassen und mithilfe einer „Ludwig Feßler" die Untiefen des wilden bayrischen Meeres erkunden. Strahlende Gesichter (bis auf den bedauernswerten Hr. H) betreten Herrenchiemsee.

Abenteuer machen hungrig und mit erstklassigem Panoramablick werden die feinen Dinge aus den Taschen hervorgeholt und verspeist. Der Kulturhunger darf auch nicht zu kurz kommen, drei der Männer wollen die „Kini"-Ausstellung besuchen, die anderen fünf gehen mit mir in das Augustiner-Chorherrenstift.
(Der Betreuer bleibt mit dem Patient am Hafen). Wunderschön gestaltete Räume, geschichtliche Illustrationen und eine Ausstellung über Chiemsee-Maler stoßen auf unterschiedliches Interesse.
Im Gespräch mit Hr. W stelle ich fest, dass er sich für moderne Kunst interessiert und wir zeigen uns gegenseitig die Werke, die uns gefallen. Die anderen vier Interessenten geben auch positive Rückmeldungen, die unterschiedlichster Natur sind. Hr. P wird vorsichtig die vielen Treppen herunter geleitet, gegen Ende des Ausflugs sagt er zwar immer noch, dass er keine Treppen laufen kann, durch die vielen Treppen hat er jedoch merklich an Sicherheit und Schnelligkeit gewonnen.

Die „Kini"-Männer sind noch nicht zurück, wir beschließen, einen Spaziergang durch die schönen Alleen hin zum Schloß zu machen. Hr. P ist etwas schwach auf der Brust, deshalb setzen wir ihn auf eine Bank zum Ausruhen und nehmen ihn auf dem Rückweg wieder mit. Der Anblick des Gebäudes „fetzt", wie Hr. G sagt. Mit Hr. P im Schlepptau stoßen wir wieder auf den Rest der Gruppe, leider haben wir keine Zeit mehr zum Kaffee-Trinken. Sicheren Fußes gelangen wir wieder in den Priener Hafen, jetzt sind alle sonnenmüde und froh, dass unser „Bähnchen" parat steht. Schnell kaufen wir noch ein paar kalte Getränke, da alles mitgebrachte Flüssige in unseren Kehlen verschwunden ist. Die Rückfahrt ist mit Klimaanlage angenehm, Hr. A blüht zu seiner humoristischen Hochform auf. Schöne Landschaften, die Erinnerung an das Schaukeln des Schiffs, Träume von Schlössern und Herrschern zaubern einen besonderen Glanz in die Augen der Rückkehrer.

Sehen Sie hier einige Impressionen vom Ausflug.

NK