Haus an der Verdistraße
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Räumlichkeiten
Die Bewohner leben in einem behindertengerechten Haus mit verein46 möblierten Einzel- und 6 Doppelzimmern (überwiegend mit Balkon), denen 32 behindertengerechte Nasszellen zugeordnet sind. Im Untergeschoss befinden sich zwei behindertengerechte Wannenbäder mit Wannenliftern, ebenso die Waschküche und eine gut ausgestattete Werkstatt. In jedem Stockwerk gibt es einen Aufenthaltsbereich für die Bewohner, außerdem Büros, Funktions- und Personalräume. Die Küche, der Speisesaal und ein Veranstaltungsraum befinden sich im Dachgeschoss. Der Garten steht für Freizeit- und Beschäftigungsaktivitäten zur Verfügung.

Personal
Leiter (Sozialpädagoge)
Verwaltungsangestellte
Sozialpädagogen/Sozialpädagoginnen
Pflegefachkräfte
Ergotherapeutin
Koordinator für Tagesstrukturierung (Kreativbereich und Beschäftigungsangebote im Haus)
Betreuungsassistenten/-assistentinnen, i.d.R. Pflegehelfer/innen, vielseitig einsetzbar, incl. 
Nachtdienst
Hausmeister
hauswirtschaftliche Betriebsleiterin
Köche
Putzkräfte
ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen


Arbeitsziele
Unser Ziel ist es, die vorhandenen Probleme der Bewohner zu lindern, eine Verschlechterung ihrer sozialen Situation zu verhindern und die Bewohner zu motivieren, Selbsthilfekräfte zu entwickeln, um eine gesundheitliche, psychische und soziale Stabilisierung zu erreichen. Wir möchten, dass die Bewohner durch die von uns angebotene Unterstützung und Tagesstrukturierung eine höchstmögliche soziale Integration erreichen und dauerhaft ein zufriedenes Leben in Würde führen können.

Wir sind eingebunden in das System der Wohnungslosenhilfe und kooperieren mit den Institutionen der Suchthilfe, der Psychiatrie und mit anderen Fachbereichen und Fachdiensten.

Finanzierung


Finanzierung und rechtliche Voraussetzungen

Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Sozialgesetzbuches XII durch den überörtlichen Träger der Sozialhilfe. Evtl. Einkommen hat der Bewohner nach den Richtlinien des SGB XII einzusetzen. Das Haus an der Verdistraße ist eine Einrichtung der Behindertenhilfe im Rahmen des § 53 SGB XII.

Wer bei uns wohnt


Unser Haus ist eine stationäre Einrichtung der Behindertenhilfe. Es verfügt über 58 Wohnplätze in 46 Einzelzimmern und 6 Doppelzimmern. Wohnungslose Menschen, die intensive Hilfen benötigen, finden bei uns umfassende Unterstützung. Aufgenommen werden volljährige wohnungslose Männer (in Ausnahmefällen auch Paare), die zu folgenden Problemgruppen gehören:

  • Chronisch alkoholkranke Menschen
  • Menschen mit chronischer Mehrfachbeeinträchtigung
  • Menschen mit Doppel-/Mehrfachdiagnosen
  • Psychisch kranke Menschen
  • Menschen mit den genannten Problemen, die mit der von uns angebotenen Unterstützung und Tagesstrukturierung ein Leben in Würde führen können

Was wir leisten:
Jeder Bewohner lebt in einem möblierten Zimmer mit Dusche und WC und nutzt eine Gemeinschaftsküche. Ihm stehen folgende Angebote zur Verfügung:

  • Verpflegung
  • Einzelberatung
  • Hilfen im Umgang mit Behörden und anderen Institutionen
  • Pflegerische Unterstützung
  • Hilfestellung bei der Wohn- und Körperhygiene
  • Unterstützung beim Kleiderkauf
  • Zuführung zur ärztlichen Behandlung und zur Krankenhausbehandlung
  • Medikamenteneinteilung
  • Besuche im Krankenhaus
  • Einteilung der finanziellen Mittel
  • Vermittlung von Kontakten zu bedarfsgerechten Fachberatungsstellen bzw. Fachdiensten
  • Krisenintervention
  • Ärztlicher Dienst
  • Seelsorgerische Betreuung
  • Vermittlung von Kontakten zu Familienangehörigen
  • Tagesstrukturierung:

Vermittlung von Beschäftigungsangeboten im Haus (u.a. hauswirtschaftliche Dienste, leichte Renovierungstätigkeiten unter Anleitung des Hausmeisters, Pfortendienst, Gartenpflege);
Vermittlung von gesundheitsfördernden Maßnahmen (Gedächtnistraining, ergotherapeutische Angebote); Angebote im Kreativbereich, z. B. Werken;
Freizeitangebote für Einzelne und Gruppen (Konzertbesuche, Ausflüge, Museumsbesuche, Kegeln, Kartenspielen u.a.)

Grundsätzlich soll den Bewohnern der Aufenthalt in der Einrichtung zeitlich unbegrenzt möglich sein.

Aufnahmebedingungen


Die Aufnahme der Bewohner erfolgt durch Vermittlung entsprechender Fachdienste (Sozialer Beratungsdienst, Streetwork, Krankenhaussozialdienst u.a.), ebenso durch Eigenvorstellung. Dem Kostenträger werden ein anspruchsbegründender Bericht sowie ein ärztliches Gutachten vorgelegt. Die Kostenzusicherung des überörtlichen Sozialhilfeträgers zum Antrag auf Sozialhilfe und die Anerkennung eines ärztlichen Gutachtens führen zur dauerhaften Aufnahme.

Adresse


Haus an der Verdistraße
Verdistraße 45
81247 München

Tel. 089-863793-0
Fax.089-863793-333

Leitung: Michael Liebmann

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

MVV-Fahrplanauskunft

Entwicklung

Die Entstehungsgeschichte des „Hauses an der Verdistraße“

Projektplanung

Im Jahr 2001 war die Basis geschaffen worden für eine Einrichtung der Behindertenhilfe, die auf die speziellen Bedarfslagen wohnungsloser älterer Menschen ausgerichtet ist. Ein Mietvertrag zwischen dem Eigentümer und unserem Verein war abgeschlossen worden, und der Stadtrat der Landeshauptstadt München hatte für diesen Mietvertrag eine Eintrittsbürgschaft beschlossen. Der Bauantrag für die Errichtung des Hauses an der Verdistraße war bei der Lokalbaukommission gestellt worden. Die Bezirksarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Träger in Oberbayern hatte bereits in ihrer Sitzung am 22. November 1999 den dringenden Bedarf für die geplante Einrichtung gesehen und ihrer Realisierung zugestimmt.

Das Jahr 2001 war außerdem von Turbulenzen rund um die geplante Einrichtung geprägt. Das Projekt war in etlichen Versammlungen in München-Obermenzing auf große Ablehnung gestoßen. Die Ängste der Bevölkerung vor Wohnungslosen und die Vorbehalte gegenüber diesen Menschen waren sehr groß.

Dennoch kamen wir im Jahr 2002 bei der weiteren Planung des Projektes gut voran:
Am 21. Februar 2002 votierte der Sozialhilfeausschuss des Münchner Stadtrates einstimmig für das Bauvorhaben.
Am 22. Mai 2002 nahm der Seniorenbeirat der Landeshauptstadt auf seiner Plenumssitzung meinen Sachstandsbericht zur geplanten Einrichtung zustimmend zur Kenntnis.
Am 12. Juni 2002 wurde nach vielen Detailverhandlungen von der Lokalbaukommission die Baugenehmigung für das „Projekt Verdistraße“ erteilt. Es gab in der Folge keine Einsprüche gegen die Baugenehmigung.

Projektrealisierung

Ein Jahr später – nach weiteren Einzelplanungen und mannigfaltigen Ausschreibungsverfahren – war es am 6. Juni 2003 endlich so weit: Der erste Spatenstich konnte auf dem Grundstück Verdistraße 45 stattfinden! Er wurde vollzogen von Frau Brigitte Meier (Stadträtin), Herrn Gernot Mußmächer (Bezirk Oberbayern), Herrn Siegfried Benker (Stadtrat), Herrn Manfred Frauenknecht (Bevollmächtigter des Eigentümers und Bauherr) und Herrn Dieter Bamberg (Wohnhilfe e.V.).
Anschließend fand eine kleine Feier statt, an der Freunde und Förderer, die Fachöffentlichkeit und Nachbarn sowie Vertreter der Presse teilnahmen. Insgesamt konnten wir an diesem Tag ca. 100 Gäste begrüßen.

Im August wurden die Aushubarbeiten in Angriff genommen, und im Oktober 2003 begann die vom Bauherrn mit der Realisierung des Bauvorhabens beauftragte Baufirma mit den Rohbauarbeiten.



Am 06. Mai 2004 konnten wir dann das Richtfest feiern. Der anschließende Innenausbau wurde zügig vorgenommen, und am 29. September 2004 wurde unserem Verein das „Haus an der Verdistraße“ vom Bauherrn übergeben.

Am 8. November 2004 konnten wir die ersten Bewohner in unser „Haus an der Verdistraße“ aufnehmen. Wenig später waren alle Wohnheimplätze belegt, und 58 Menschen hatten ein neues Zuhause gefunden.